Virtuelle Traumwelten sorgen für weniger Angst und Stress bei Kindern im Krankenhaus
Was macht FrédARico RIDE so besonders? Die Magie liegt in der Mixed Reality: Anders als bei Virtual Reality tauchen die Nutzerinnen und Nutzer nicht vollständig in eine künstliche Welt ein – sie sehen weiterhin ihre eigenen Hände, den Raum, die vertrauten Gesichter des Pflege- oder Klinikpersonals, Ärztinnen und Ärzte oder auch ihrer Eltern. Dieses Zusammenspiel aus realem Umfeld und digitaler Traumwelt schafft Geborgenheit, Orientierung, emotionale Sicherheit, aber auch Ablenkung vom Geschehen.
Mit nur ein paar Klicks zur Fantasiewelt
Die Steuerung ist dabei kinderleicht: Eine begleitende App für Android Smartphones ermöglicht es dem Klinikpersonal, mit wenigen Handgriffen passende Erlebniswelten auszuwählen und zu steuern – intuitiv, flexibel und ohne technische Vorkenntnisse. Mit ein paar Klicks verwandelt sich die häufig sterile, ungewohnte Krankenhausumgebung für die jungen Patientinnen und Patienten in eine freundliche Fantasiewelt: Papageien flattern im Display der Brille durch den tropischen Dschungel, Schimpansen klettern in den Baumwipfeln, Planeten leuchten am Nachthimmel oder Astronauten laden zu einer galaktischen Reise ein. Das Krankenbett verwandelt sich zu einem spannenden Piratenschiff oder zu einer zauberhaften Märchenwelt.
Erster Einsatz im Dr. von Haunerschen Kinderspital
Im Dr. von Haunerschen Kinderspital des LMU Klinikums stehen – dank einer Finanzierung durch den Hauner Verein – demnächst zwölf FrédARico RIDE-Brillen auf den Stationen und in den Ambulanzen zur Verfügung „Möglich macht den Einsatz eine großzügige Spende eines Münchner Ehepaars“, sagt Guggy Borgolte, Fundraiserin beim Hauner Verein. „Wir sind sehr dankbar, dass wir auf diesem Weg Kindern in belastenden Situationen ein wenig ihre Angst nehmen können.“
FrédARico RIDE kommt in besonders sensiblen Situationen zum Einsatz. So können nicht nur Transporte in den OP, sondern auch kleinere, alltägliche Maßnahmen wie Blutabnahmen oder Verbandswechsel durch gezielte Ablenkung für die Kinder deutlich entspannter gestaltet werden. Die Kinder können dabei in liebevoll gestaltete virtuelle Traumwelten eintauchen, ohne den Kontakt zu ihren Bezugspersonen oder ihrer realen Umgebung zu verlieren.
Erfinder Markus Strobl mit Maskottchen Clown FrédARico und Prof. Jan Gödeke
Patientin Lisa mit Kinderpfleger Wolfgang Lau
Prof. Jan Gödeke mit Kind (Patient), das die VR-Brille trägt
Die Kinder tauchen in virtuelle Traumwelten ein, ohne den Kontakt zu ihren Bezugspersonen oder ihrer realen Umgebung zu verlieren
Blick durch die VR-Brille: Ein fliegender Teppich und kleine Clown-Fische beruhigen die Kinder auf dem Weg in den OP-Saal
In der Dschungel-Welt können Kinder mit ihren Händen den Chimpansen berühren
Ein Blick durch die VR-Brille in die Traumwelt der Piraten
Studie bestätigt die Reduktion von präoperativem Stress durch FrédARico RIDE
Die Niedersächsische Akademie für Gesundheit und Soziales in Hannover hat den Nutzen dieser besonderen Form der Ablenkung in einer kleinen Studie untersucht. Das Ergebnis fassen die Autoren so zusammen: „Die FrédARico RIDE-Brille ist ein hochwirksames, nicht-invasives Instrument zur Reduktion präoperativer Angst und Stress bei Kindern.“
Die bisherigen Erfahrungen im Dr. von Haunerschen Kinderspital bestätigen diese Ergebnisse: „Kinder, die mithilfe der Traumwelten in den OP begleitet werden, zeigen spürbar weniger Angst und Unruhe“, berichtet Prof. Jan Gödeke, stellvertretender Direktor der Kinderchirurgischen Klinik. „Dies wirkt sich unmittelbar auch auf die begleitenden Eltern aus, die ihr entspanntes Kind ruhiger und zuversichtlicher in den OP-Bereich fahren sehen.“ Mit FrédARico RIDE steht dem Kinderspital damit ein wirkungsvolles Instrument zur Verfügung, um stressreiche Behandlungssituationen kindgerechter, empathischer und sicherer zu gestalten.
FrédARico RIDE wurde von dem Münchner Startup SO GEHT WOW erfunden und mit viel Liebe zum Detail entwickelt. „In FrédARico RIDE stecken über 8.000 Stunden Entwicklung, zwölf Monate Planung, eine halbe Milliarde Polygone als Basis der 3D-Modellierung und fast 1.000 3D-Modelle. Es ist ein unbezahlbares Gefühl, wenn aus einer Idee eine Lösung wird“, sagt Markus Strobl, CEO und Erfinder von FrédARico RIDE. „Ich hoffe, wir können noch viele Kinder auf der ganzen Welt verzaubern. FrédARico RIDE kann auch nach Katastrophen oder auch in Krisengebieten helfen. Ganz nach dem Motto: Mach Dir die Welt, wie sie Dir gefällt.“
Mehr unter: www.fredaricoride.com
Über den Hauner Verein:
Der Hauner Verein engagiert sich seit 1846 in vielfältiger Weise für die jungen Patientinnen und Patienten des Dr. von Haunerschen Kinderspitals.
Dank der Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender können beispielsweise moderne medizinische Geräte für Diagnostik und Therapie angeschafft, Fortbildungen für das Klinikpersonal finanziert oder zusätzliche Stellen wie Erzieherinnen zur Betreuung der Kinder sowie ein Kriseninterventionsteam ermöglicht werden. Auch ein bundesweit einmaliges Schmerzteam kann bislang mit Hilfe von Spenden finanziert werden. Aufgrund aktueller Sparmaßnahmen wird die Arbeit des Hauner Vereins immer wichtiger, daher wird – gerade jetzt in der Weihnachtszeit – um Spenden gebeten!
Aktuelle Projekte, für die der Verein Spenden benötigt, sind unter www.haunerverein.de einsehbar.
Spendenkonto: DE04 7015 0000 0907 2052 07
Kontakt
Prof. Dr. med. Jan Gödeke
Stellvertretender Direktor der Kinderchirurgischen Klinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital, LMU Klinikum
Guggy Borgolte
Öffentlichkeitsarbeit Hauner Verein - Verein zur Unterstützung des Dr. von Haunerschen Kinderspitals e.V.